Brief Ramona an Thomas 1

Lieber Thomas!

 

Ich wollte Dich mit meinem Brief nicht verärgern! Ich wollte Dir lediglich versuchen zu erklären, was mich immer wieder zu HJ gezogen hat, warum ich an einer Freundschaft mit ihm interessiert bin! Leider gelingt mir das nicht!

Ich weiß doch, dass Du mein Gesprächspartner Nr. 1 bist, dass Du mein Ehemann bist. Daran soll sich doch auch nichts ändern, nur war nicht immer alles schlecht und negativ, auch wenn Dir das nun rückblickend so vorkommen muss, aber doch nur, weil so etwas daraus entstanden ist und zu einigen Verwirrungen geführt hat!

Du hast selber für Dich über die Dinge nachgedacht und in Deinen Gedanken auch Dinge aus Deiner Sicht zu Recht gelegt! Diese Dinge lässt Du nun immer wieder Revue passieren, damit sie sich festsetzen! Du machst mir diesen Vorwurf (vielleicht zu Recht), machst es aber selber genau so auch!

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Aber lass uns das doch bitte vergessen, wenn Du das nicht kannst, verstehe ich das doch auch! Wenn Du nun wieder Drohungen ausstößt, machst Du es mir auch nicht leichter. Wenn Du nun wieder ein „Problem“ mit Druck versuchst zu lösen, meinst Du dann, dass sich emotional etwas löst bei mir? Ja, ich will immer verstanden werden, ich will immer dass man mit mir mitfühlend umgeht!

Aber denk doch mal bitte an alle die Jahre in letzter Zeit! Wir hatten sehr viele schöne Zeiten! Ich möchte das alles auch nicht missen in meinem Leben, aber oft, wenn wir uns mal gestritten haben, dann hast Du immer auf dein Recht gepocht, auch wenn Du gar nicht im Recht warst! Das hat mich viele Male sehr verletzt und mir sehr wehgetan! Du kannst sehr verletzten und arrogant rüber kommen, wenn Du meinst Recht haben zu wollen. Vielleicht nehmen wir zwei uns da nichts! Aber andererseits war ich es jahrelang jedes Mal, die sich dann entschuldigt hat, nur um wieder Frieden zu haben, obwohl ich verletzt war und Du nicht im Recht! Ich habe Dir Recht gegeben, um keine negative Stimmung aufkommen zu lassen!

Das soll kein Vorwurf sein, aber vielleicht mal ein kleiner Denkanstoss, wie ich all die Jahre manchmal empfunden habe! Wann hast Du dich nach einem Streit mal entschuldigt? Das Einzige, was Du immer getan hast, mich dann immer in den Arm genommen, dann musste immer alles wieder „normal“ sein! Deswegen meine Abneigung manchmal heute, ein Problem so aus der Welt zu schaffen! Vielleicht war das ein Fehler, den wir jahrelang gemacht haben und nicht bemerkt, dass dadurch nichts gelöst, sondern nur aufgeschoben wurde. Nun kam es zur Entladung! Vielleicht war HJ der Katalysator, ich weiß es nicht! Vielleicht ist er zwischen die Fronten geraten, ohne es zu ahnen, zu wollen???

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Aber das alles sollen keine vorwürfe sein! Wir sollten Beide bedenken, dass wir sicher auch beide Fehler gemacht haben, nicht nur einer! Nicht nur Du und nicht nur ich! Ich sollte mich auf meine Fehler konzentrieren und das will ich auch versuchen! Aber bitte werte nicht jede Bemühung meinerseits als einen Vorwurf und nutze meine Offenheit (die Du ja einerseits willst und verlangst und die Dir zusteht), nicht jedes Mal als einen weiteren Punkt für „Drohungen, Einengungen und pflücke nicht alles auseinander, um mir meine Unzulänglichkeiten noch weiter vor Augen zu halten. Ich weiß, dass ich Fehler mache und dass ich Dich damit verletze! Scheinbar glaubst Du mir nicht, dass ich Dich nicht verletzen will, vielleicht klingt das ja auch paradox, aber so ist es ganz bestimmt nicht! Ich denke so und um ganz ehrlich zu sein, wenn Du dasselbe machen würdest, wäre ich vielleicht auch eifersüchtig, aber ich wollte vieles gar nicht wissen. Die alte Volksweisheit hat nämlich Recht! Ich bin nie untreu gewesen, bis auf einige nette Gespräche über gemeinsame Interessen, die Du nicht teilst und die ich deswegen auch nicht pflegen darf! Und alles, was Du nicht mit anderen (egal wem) teilst und Dich nicht interessiert ist immer gleich dämonischen Ursprungs, statt einfach zuzugeben, dafür hast Du eben nichts übrig und keine Ader! Das würde mir viel mehr imponieren, glaube mir! Ich verlange ja gar nicht, dass Du diese Interessen mit mir teilst, ich verlange nicht, dass Du vor Begeisterung vom Stuhl fällst, wenn mir etwas gefällt! Toleranz ist alles was ich erhofft hatte!

Du sollst kein unbiblischen Dinge hier dulden oder zusehen, wie wir hier alle verweltlichen, aber auch nicht alles was Dir nicht gefällt verteufeln!

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Das sollen nur alles Denkanstöße sein, keine Vorwürfe, keine Vorhaltungen!

Alles was ich möchte ist, dass Du mich verstehst, dass Du erfährst wie ich denke, denn das willst Du ja! Ich möchte, dass Du auch weißt, dass ich jahrelang viele Dinge einfach hingenommen habe und dass ich manchmal traurig war, aber nicht alles hier auflisten möchte, denn rückgängig machen kann man sowieso nichts!

 

Ich hab dich lieb

Deine Mona