Wie wurden meine Großeltern Zeugen Jehovas ?

Opa und Oma : Werner und Ilse Hütteroth

Wo soll ich anfangen ?

Meine Großeltern mütterlicherseits hatten bis 1948 ganz "normal" gelebt. Mein Opa , er hieß Werner Hütteroth, war sogar noch während des 2. Weltkrieges aktiver Soldat. Er hatte meine Opa in UniformOma ; Ilse; vor dem 2.Weltkrieg kennen gelernt . er war ein sehr  humorvoller Mensch. So stellte er sich damals dem jungen Mädchen, das einmal meine Oma werden sollte mit Namen "Renrew Htorettüh" vor. Während des Krieges heirateten dann meine Großeltern.

Mein Opa war während des Krieges als Funker in einem Panzerregiment, und wurde auf der Fahrt Richtung Osten schwer verletzt. Was zuerst wie ein Unglück aussah, stellte sich später als Glück heraus, den viele seiner Kameraden kamen nie wieder zurück. Opa war dann also eine Weile in einem Lazarett, und wurde nach seiner Genesung an die "Westfront" verschickt - wo er in Frankreich dann von den Alliierten festgenommen wurde, und einige Wochen in Kriegsgefangenschaft war. Während dieser Zeit hatte er wohl das erste Mal etwas von Jehova  gehört, denn mein Großonkel (sein Schwager) kann sich noch daran erinnern, das mein Opa damals in Briefen auf Bibelstellen aufmerksam machte.

Das große Umdenken kam dann aber im Jahre 1948, als Opa und Oma ihr zweites Kind bekamen: die Hebamme, die die Geburt meines Onkels überwachte, war damOma mit Kinderals schon eine getauft Zeugin Jehovas, und sie sprach natürlich mit den "glücklichen Eltern" über ihre wunderbare Hoffnung. Meine Großeltern lernten so etwas über den großen Schöpfer - und ihre Wertschätzung für die neu gefundene Hoffnung drängte sie, sich im Jahre 1949 taufen zu lassen. Damals waren viele Menschen auf der Suche nach der Wahrheit, und dem Sinn des Lebens, so das auch meine beiden Uromas (eine wohnte , wie meine Großeltern in Berlin - Wilhelsruh; die andere in Mecklenburg - Eggesin) die biblische Wahrheit erkannten und ihren Glauben und ihre Hingabe an den Schöpfer Jehova durch die Taufe symbolisierten.

Meine Mama sagt dazu: "Gemeinsam als Familie besuchten wir die Versammlungen und Kongresse der Zeugen Jehovas, so zum Beispiel Kongresse in der Waldbühne oder auch im Sportpalast (in Berlin). Ich kann mich noch erinnern, dass ich als Kind bei einer "Demonstration" mitgewirkt habe. Dabei war mein Papa der "Wohnungsinhaber "und ich ging mit einem  Jungen aus unserer Versammlung an "diese Tür" und wir gaben ein Traktat oder eine Einladung ab.  Hinterher bekamen wir beiden Kinder ein Stück Schokolade."

Oma mit Kinder1957, zur Zeit des Kongresses im Olympiastadion, wurde mein Opa verhaftet, und später zu 3 Jahren Zuchthaus verurteilt. Der Grund dafür ? War er ein Verbrecher geworden ? NEIN! Weil er, der von Beruf Schriftsetzer war, in seiner Freizeit mit anderen über die Bibel und ihren Inhalt sprach ! Daraus wurde damals in dem "sozialistischen Sektor" Berlins "Spionagetätigkeit für Amerika" und "Hetzte gegen das eigene Land".  Als  "Versammlungsdiener" war man also eine angebliche Gefahr. (Doch dazu mehr auf anderen Seiten.) Die Zeit in der mein Opa im meine Mama bei meiner UromaGefängnis war, war auch für meine Oma nicht leicht: sie musste nun für sich, und ihre zwei Kinder alleine aufkommen - arbeiten gehen, und auch zu den Versammlungen, Kongressen usw. .   1960 wurde Opa dann entlassen, und als geeinte Familie konnten nun alle nicht nur den Kongress am Funkturm besuchen, sondern auch ihre Freizeit miteinander verbringen. Meine Mama erinnert sich: "Opa und Oma haben uns in der Wahrheit erzogen und ihr bestes gegeben, um in uns die Liebe zu Jehova zu wecken. Sie sind oft mit uns rausgefahren, z.B. nach Birkenwerder, Borgsdorf oder haben Dampferfahrten mit uns gemacht. Dabei konnten wir die wunderbare Schönheit der Schöpfung sehen und uns auch erholen, spielen usw. Ich kann mich noch gut an die Abende erinnern, die oft mit gemeinsamen Brettspielen endeten."

meine Mama mit 9 MonatenMeine Mutter zeigte ihre Liebe zu unserem Schöpfer, indem sie sich 1963 mit 16 Jahren taufen ließ. Zwei Jahre später heirateten meine Mutter den oben angeführten "Jungen" aus ihrer Versammlung. Als dann ich 1967 das Licht der Welt erblickte, waren auch wir eine christliche Familie. Doch dazu auf den folgenden Seiten, nachdem ihr auch die Familie meines Papas kennen lernen konntet.

Doch noch ganz kurz zu den auf dieser Seite angeführten Personen: mein Opa starb im Jahre 1990; meine Oma 1996; mein Onkel - der Bruder meiner Mama möchte kein Zeuge Jehovas sein, er lebt glücklich mit seiner Familie hier in Berlin. Mein Großonkel Paul  - der schon damals die ersten Worte von Jehova erfuhr, - ließ sich "erst" im Jahre 1995 taufen. Er diente Jehova, bis zu seinem Tod im Dezember 1999, in der Versammlung Bad-Hersfeld.