Briefe an Hans-Jürgen - Alte Zeiten

Alte Zeiten

 

So wie in alten Liedern besungen
komm ich mir beinahe vor.
Königskinder die sich nicht fanden
und wünschten Entfernung zu bezwingen, es klingt noch immer in meinem Ohr.
Ich vergaß, ob sie es überwanden.
*
Ob tiefe mit Wasser gefüllte Gräben
herum um eine Ritterburg,
Familienfehde oder Krieg!
Immer wissen es andere eben,
wie man am besten für sich sorg.
Der Liebe blieb selten der Sieg!
*
Alte Filme gibt’s nur mit Happy End
so wie das Leben sie niemals schrieb.
Hab ich davon zuviel gesehen,
das ich Gedanken naiv verschwend?
Noch immer hab ich dich so lieb
und lass dich aus meinem Herzen nicht gehen!
*
Ich liebte diese alten Filme schon immer
wenn es sie auch nur in schwarz/weis gab.
Manchmal gab es Verwicklung und Tränen,
aber ganz ohne Harmonie nimmer.
Zum Schluss man sich in den Armen lag,
den Rest wollt man gar nicht erwähnen.
*
Gestillt wurde damals die Sehnsucht
der Mensche - nach Harmonie und Glück.
Im wahren Leben findet man sie selten.
Das ist wohl, wonach auch ich such.
Deshalb wünsch ich mir dich zurück.
Sollen wirklich immer nur Regeln gelten?
*
Ich lese uralte Gedichte,
aus längst vergangenen Zeiten,
handelnd von Liebe und Glück,
Kummer und Schmerz, längst Geschichte.
Ich begreife, das bei weitem,
Gefühle kehren immer zurück.
*
Durch alle Jahrhunderte und Epochen,
ist es immer wider das Gleiche,
was Menschen erleiden.
So viele Herzen sind zerbrochen,
kein Unterschied, ob Arme oder Reiche.
Liebende mussten scheiden!
*

Und ich sitz hier mit meinem Schmerz

Denk’ an dich und frag mich Bange,

sind unsere Zeiten auch vergangen?

Du denkst, es heilt mein Herz

Und willst nicht sehen mich für lange.

Du weißt nicht, was du da willst verlangen!

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