Briefe an Hans-Jürgen - Die Blume und der Schmetterling

Ich träumte von einer Blume, klein und unscheinbar
auf einer Wiese erblüht im Frühjahr
und eines war ganz sonderbar
es beachtete sie kein einziger Schmetterling.
*
Irgendwann sah sie von ganz weit hinten
der sich aus den anderen sich nichts gemacht.
Die Blume hoffte, er würde sie finden,
er war so wie sie, einsam und dachte, dass er nicht gemocht!
*
So kam er ihr näher und erkannte den Schmerz,
den alle anderen ihr zugefügt
Sie berührten einander ihr Herz
und hatten sich so lieb!
*
Sie sah ihn in vieler Farbenpracht,
selbst wenn alle Anderen ihn sahen nur grau.
Beide haben an nichts schlimmes gedacht,
ahnten doch wie es endet genau.
*
Als die anderen Blumen und alle Insekten
das Glück sahen voller Neid,
tuschelten über das, was sie entdeckten
riefen laut, das ginge zu weit.
*
Sie haben damit Beide auseinander gerissen,
machten damit alles nur Schlimmer.
Nun wird sie ihn ewig vermissen!
Ihre Liebe zu ihm bleibt für immer!
*
Er fliegt wieder durch die Lüfte
genau wie er es früher getan.
Von fremden Blumen umgeben ihn Düfte,
aber wird es wie früher fortan?
*
Sie steht immer noch am selben Fleck,
noch immer so klein und unscheinbar.
Sie träumt nur von ihm, der jetzt weg!
Und hofft ihn zu sehen, so wunderbar!
*
Sie träumt davon, mit ihm fliegen zu können
weit über alle Grenzen hinaus.
Versteht nicht, was andere ihr nicht gönnen,
zieht sich zurück und will nicht mehr aus sich heraus.
*
In ihr schmerzen alle Erinnerungen sehr,
sie kann sie mit niemandem teilen.
Sie vermisst ihren Helden jeden Tag mehr
und will im Traum nur verweilen!
*
Er hatte nur Angst vor seinen Gefühlen
und das man ihn nicht mehr fliegen wird lassen!
Wollte weiter keinen Staub aufwühlen,
drum hat er sie lieber verlassen!
*
Als ich aus meinem Traum erwachte,
wusste ich, die Blume, unscheinbar und klein,
die sich aus dem Schmetterling so viel machte,
das kann ich nur sein!
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