Briefe an Hans-Jürgen - So fühl ich mich

Wie eine Schneeflocke, die fällt auf wärmenden Grund,
vergänglich und nicht von Dauer,
fühl ich mich hälst deinen Mund.
Bau um dich keine Mauer!
*
Wie ein Sandkorn vom Meerwasser weggespült
unwichtig, eines von vielen, verloren, vergessen
nie mehr gefunden, von Nichts umhüllt,
Keiner kann meinen Kummer ermessen.
*
Ein kleines Rädchen im großen Getriebe
ohne das nichts geht und trotzdem von Niemand gepflegt.
Fähig zu empfinden die ganz große Liebe,
tief im Herzen für dich gehegt.
*
Ein einziger Samen, auf einem riesigen Feld voll Getreide,
kaum der Rede wert und doch vorhanden.
Wer nimmt überhaupt wahr, dass ich leide?
Nur du hast mich immer verstanden!
*
Ein Regentropfen auf einer Fensterscheibe,
hinterlässt nur einen kleinen Fleck.
Kaum rückt die sonne ihm zu Leibe,
schon ist er weg!
*
Wie ein Schirmchen von reifem Löwenzahn,
vom Wind getrieben, Berge zu überwinden.
Irgendwie kommt es schon Irgendwo an.
Könnte ich doch nur so, den Weg zu dir finden!
*
Ein Krümel von irgendwelchem Brot,
aufgepickt von zufällig vorbei kommendem Getier.
Kennst du meine ganze Not,
dass ich mich sehne nach dir?
*
Eine Träne rollt über meine Wangen,
die ich weine aus Sehnsucht nach dir!
Nach deiner Nähe ist mein Verlangen,
gehst dir so wie mir?
*
Es bleibt von den Tränen nur Salz auf der Haut
und dessen Geschmack auf meinen Lippen.
Sie sind wie ein Meer aufgewühlt und doch vertraut,
das schlägt gegen felsige Klippen.
*
Eine Nadel in einem riesigen Heuhaufen,
sie zu finden ist nicht erstrebsam.
Ich suche sie dennoch ohne zu verschnaufen,
ahne doch, ich bleib weiterhin einsam.
*
Ein Haar auf dem Haupt eines Menschen,
zu zählen, das ist unmöglich.
Ich würde es tut, wenn du es würdest wünschen,
scheiterte ich auch kläglich.
*
Ein kleiner Stern im großen Weltall
das wäre ich gern, deinetwegen.
Ich könnte dich sehen - überall!
Würde wachen auf allen deinen Wegen!
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